Das Dorf

Um in das Val Grande einzutreten, muss man unbedingt von Cicogna (ausgesprochen: tschikonia) aus starten. Dieses Dorf ist nicht nur die einzige bewohnte Ortschaft innerhalb der Grenzen des Nationalparks, es ist auch die Grenze zwischen der menschlichen Zivilisation und der Zivilisation der Natur.
Das Dorf hatte in der Vergangenheit bis zu 400 Einwohner, aber dann wurde es nach dem 2. Weltkrieg dramatisch entvölkert.
Seit einigen Jahren kehrt der Trend um, dank einiger junger Familien mit Kindern und einiger Leute im Ruhestand. Sie haben sich entschieden, hier eine neue Phase ihres Lebens zu verbringen. Auch einige Ausländer verliebten sich in diesen Winkel der Welt, so isoliert und gleichzeitig so zivilisationsnah.Sie können nach Cicogna kommen, um einen Tagesausflug zu unternehmen, auf der Suche nach Spaziergängen, Ruhe und Frieden oder um in den natürlichen Pools der Bäche zu baden. Aber wenn man das Val Grande wirklich „betreten‟ will, muss man dort bleiben, um mindestens eine Nacht zu schlafen und den kleinen Dorfplatz, den Sonnenuntergang, die Stille, die Dunkelheit zu erleben.
Um diese Erfahrung zu erleben, hat der Nationalpark ein altes, dreistöckiges Gebäude renoviert und in eine voll ausgestattete Herberge umgewandelt. In dem Gebäude befanden sich bis in die 50er Jahre das Geschäft und die Taverne. Von März bis November können diejenigen, die hier bleiben, Leute aus ganz Europa treffen, die die gleichen Leidenschaften und Bedürfnisse haben, um ihr Leben wieder in eine natürliche Dimension zu bringen.